Wie man bewusst Notizen erstellt

20. April 2026
Abbildung 1: Symbol für eine Person welche mühe hat, ihre eigenen Notizen zu entziffern

Eigene Erfahrung der Notizenerstellung

Im Unterricht mitzumachen, erfordert oft viel Aufmerksamkeit. Wer sich diese Mühe macht, verschafft sich einen grossen Vorteil. Um das Besprochene festzuhalten, reicht das Gedächtnis jedoch nicht aus, dafür benötigt man ein Protokoll. Ein Protokoll ermöglicht es uns, uns an die durchgeführte Lektion zu erinnern und unser Gedächtnis beim Durchlesen wieder aufzufrischen. Solche Protokolle kann man selbst erstellen, indem man das Besprochene niederschreibt. Dabei hält man die wichtigsten Punkte fest, um den Unterricht im Nachhinein rekonstruieren zu können. Dies ist vor allem für die Prüfungsvorbereitung wichtig. Dabei gilt: Je besser die Notizen sind, desto einfacher ist die Prüfungsvorbereitung. Doch das Erstellen von Notizen kann anspruchsvoll sein, insbesondere, wenn man nicht weiss, wie man dabei vorgehen muss. Dies war für viele Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Gymnasiums eine Schwierigkeit. Wir haben jedoch viele Tipps erhalten, die uns dabei helfen konnten. Grundsätzlich wurde uns immer gesagt, die wichtigsten Schritte seien die Nachbearbeitung der Notizen, das Erstellen einer kurzen Zusammenfassung und das Niederschreiben von Fragen. Weitere Tipps waren unter anderem die Verwendung von Kürzeln, um keine Zeit zu verschwenden, das nachträgliche Definieren von Begriffen oder auch die Unterteilung des Notizblatts in drei Teile: Ein Hauptteil, um während des Unterrichts das Besprochene festzuhalten, ein Rand an der Seite, um Begriffe und Fragen für die nächste Stunde aufzuschreiben, und ein Block unter dem Hauptteil, um eine Zusammenfassung des Hauptteils schreiben zu können. Diese Dreiteilung ist weit verbreitet und wird als Cornell-Methode bezeichnet.

Meine persönliche Erfahrung während der letzten vier Jahre am Gymnasium hat mir gezeigt, dass jeder seinen eigenen Stil entwickelt. So konnte ich auch feststellen, dass sich meine Kompetenzen in Bezug auf die Erstellung von Notizen stark verändert und verbessert haben. Und das nicht nur in Bezug auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität. Am Anfang des Gymnasiums beschränkten sich meine Notizen oft auf Begriffe und Themen, die ich aufzählte, sowie auf Überschriften und kurze Sätze zu den besprochenen Themen. Heute hingegen sind meine Notizen länger und besser ausformuliert. Anstatt nur die Richtung der Besprechung anzudeuten und wichtige Begriffe aufzulisten, erstelle ich jetzt fast Transkripte. Natürlich schreibe ich nicht die ganzen Besprechungen auf, sondern nur die Teile, die mir wichtig erscheinen. Dabei achte ich darauf, die während der Besprechungen genannten Begriffe in der Nachbearbeitung zu definieren. Ein wesentlicher Teil der Nachbearbeitung ist auch das Strukturieren der Inhalte. Oft entstehen während der mündlichen Besprechungen viele Unterbrechungen und Themenwechsel. Diese lassen sich in der Regel trennen und ordnen. Dabei achte ich bei der Nachbearbeitung weniger auf sprachliche Korrektheit. Obwohl das Korrigieren aller Fehler eine gute Übung wäre, ist es nicht der Schwerpunkt. Das Nachbearbeiten der Inhalte ist bereits sehr zeitaufwendig. Dabei ist die Zeit einer der wichtigsten Unterschiede zwischen meiner Nachbearbeitung und der meiner Mitschüler. Während ich viel Zeit in die Nachbearbeitung investiere, kümmern sich einige kaum darum. Das liegt nicht daran, dass sie es für nicht nötig halten, sondern dass sie es vielleicht nicht nötig haben. So bestehen die Notizen mancher nur aus Begriffsdefinitionen, wofür die Unterrichtszeit völlig ausreicht.

Weshalb es sich lohnt gründlich Notizen zu erstellen

In diesem Teil des Blogs möchte ich mich damit auseinandersetzen, wie groß der Mehrwert einer sauberen Nacharbeitung ist. Was genau ist also der Vorteil der zusätzlich investierten Zeit, wenn es überhaupt einen gibt?

Grundsätzlich lässt sich sagen: Ja, es gibt einen Vorteil. Zusätzliche Zeit kann einen enormen Vorteil bringen. Doch dafür muss sie sinnvoll investiert werden. Dabei wird die Zeit in Vor- und Nachbearbeitung aufgeteilt. Die Vorbearbeitung dient dazu, sich auf den Unterricht vorzubereiten, indem man sich mit den Inhalten des Unterrichts vertraut macht. Dabei geht es weniger darum, die Inhalte zu verstehen, sondern vielmehr darum, sich einen Überblick über die Struktur und den Inhalt des Unterrichts zu verschaffen. Durch die Vorbearbeitung wird eine bessere Stoffaufnahme ermöglicht. Dadurch muss in der Nachbearbeitung weniger Zeit investiert werden, da die Themen bereits strukturiert sind.

Grundsätzlich führt die Nachbearbeitung dazu, dass die bearbeiteten Inhalte vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis überführt werden. Dadurch wird das Gelernte verfestigt. Somit kann man durch die zusätzlich investierte Zeit vor und nach dem Unterricht viel Zeit bei der Prüfungsvorbereitung sparen. Dabei darf die Nacharbeitung nicht nachgeschoben werden, sondern sollte wenn möglich unmittelbar nach dem Unterricht durchgeführt werden, um das maximale Aufnahmepotenzial des Gehirns auszuschöpfen. Dieser Schritt der Vor- und Nacharbeitung erscheint vielen überflüssig, ist aber keine Zeitverschwendung, sondern eine strategische Entscheidung, um das spätere Aufgreifen des Themas zu vereinfachen.

Die zusätzliche Zeit für Vor- und Nachbearbeitung ist deshalb von Vorteil. Dieser Vorteil besteht darin, dass man durch einen geringen strategischen Zeitaufwand viel Stress abbauen kann. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich die Lernenden durch das gefestigte Wissen eine klare Übersicht über die behandelten Unterrichtsinhalte verschaffen. Diese Übersicht ist ein wichtiger erster Schritt der Prüfungsvorbereitung. Ein Schritt, der oft zu Problemen führt falls er nicht gründlich durchgeführt wurde.

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